Ruhepark Üdersdorf
In den 1990er Jahren suchte man in Üdersdorf noch nach einer geeigneten Fläche, um den Friedhof zu erweitern. Doch die Bedenken, dass der Platz möglicherweise nicht ausreichen könnte, sind mittlerweile überholt.
Während Beisetzungen früher ausschließlich als Erdbestattungen durchgeführt wurden, bevorzugt man heute überwiegend Feuerbestattungen.
Aber auch bei Urnenbeisetzungen hat sich die Bestattungskultur erheblich verändert; die Nachfrage nach pflegefreien Grabstellen, beispielsweise in einem Ruhewald, nimmt stetig zu. Dies kann aus Kostengründern resultieren, oder daran liegen, dass die Angehörigen oft nicht in der Gemeinde wohnen und eine regelmäßige Grabpflege nicht immer gewährleistet ist.
Entsprechend diesem Trend hat die Gemeinde Üdersdorf beschlossen, einen ungenutzten Teil des bestehenden Friedhofs in einen „Ruhepark“ umzuwandeln.
Etwa 50 ehrenamtliche Helfer haben die Fläche in rund 1.100 Arbeitsstunden komplett neugestaltet. Nicht nur die ehrenamtlichen Arbeiten, sondern auch erhebliche Geld- und Sachspenden der Bürger haben zu vergleichsweise niedrigen Baukosten geführt.
Bis Mitte 2023 wurden 13 eingefasste Rondelle mit Bäumen und Basaltstelen geschaffen, in denen 181 Urnengrabstellen vorbereitet wurden. Die Grabstellen werden mit Eichenblättern aus Bronze markiert, auf denen der Name sowie das Geburts- und Sterbejahr des Verstorbenen eingraviert sind.
Die Ruhezeit für Aschen beträgt 20 Jahre; auf Antrag kann ein Nutzungsrecht von 30 Jahren verliehen werden.
Anders als auf dem normalen Friedhof können die Grabstellen im Ruhepark bereits zu Lebzeiten ausgesucht und reserviert werden.
Es dürfen nur Urnen aus schnell zersetzlichem Material (z.B. Holz, Weißblech etc.) zur Beisetzung verwendet werden. Das Ablegen und Aufstellen vor Grabschmuck, Pflanzschalen und Grableuchten ist nur für den Zeitpunkt der Beisetzung gestattet. Anschießend sind die Gegenstände unaufgefordert zu entfernen.
Die Pflege und Unterhaltung der Grabstätten erfolgt durch die Gemeinde Üdersdorf.